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„Die beiden Hände“

„Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:
Du, große Hand, ich brauche dich,
weil ich bei dir geborgen bin.
Ich spüre deine Hand,
wenn ich wach werde und du bei mir bist,
wenn ich Hunger habe und du mir zu essen gibst,
wenn du mir hilfst, zu greifen und aufzubauen.
An deiner Hand habe ich meine ersten Schritte versucht,
zu dir kann ich kommen, wenn ich Angst habe.
Ich bitte dich: Bleibe in meiner Nähe und halte mich.

Da sagte die große Hand zur kleinen Hand:
Du, kleine Hand, ich brauche dich auch.
Weil ich von dir ergriffen bin,
weil ich viele Handgriffe für dich tun darf,
weil ich mit dir spielen, lachen und herumtollen kann.
Weil ich mit dir die Welt neu entdecke
und mit dir zusammen wieder bitten und danken kann.
Ich bitte dich: Bleibe in meiner Nähe und halte mich.“

(Gerhard Kiefel)